Behandlungsmethoden bei Unfruchtbarkeit des Mannes

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Die Basis in der Sterilitätstherapie des Mannes richtet sich in erster Linie nach den diagnostizierten Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit. Hierzu wird zunächst eine Untersuchung der Spermien, das sogenannte Spermiogramm durchgeführt; ausserdem wird bei der Frau und beim Mann die Funktion des Hormonhaushalts geprüft.Glücklicherweise kann durch die aussagekräftigen Untersuchungsergebnisse in vielen Fällen  die Sterilität des Mannes schon ursächlich behandelt werden und die wenigsten Paare müssen die Sterilitätsbehandlung bis zu einer künstlichen Befruchtung weiterführen.

Besteht keine Möglichkeit, die Sterilität des Mannes ursächlich zu behandeln, stehen verschiedene Verfahren einer künstlichen Befruchtung zur Verfügung, um die gewünschte Schwangerschafts-Wahrscheinlichkeit zu erhöhen. Bei der Abklärung der möglichen Zeugungsprobleme wird durch gezielte Untersuchungen primär auf eine möglichst geringe Belastung für Mann und Frau geachtet. Die Therapie beim Mann beginnt dabei mit der einfachsten Behandlungsmethode. Erst wenn die aktuelle Therapiemethode keinen gewünschten Erfolg mit sich bringt, wird der nächste Schritt im Therapieplan eingeleitet. Hier wird die eigentliche Ursache nicht beseitigt, sondern lediglich versucht, die Symptome der Erkrankung und die damit verbundene ungewollte Kinderlosigkeit zu überwinden.

DIE BEHANDLUNGSMETHODEN

  
  • Bei einem Testosteronmangel unterziehen sich die betroffenen Männer meist einer Hormontherapie mit Testosteron. Nach der Ursache des Mangels an Testosteron können weitere Hormone zum Einsatz kommen.
  • Bildet die Samenflüssigkeit Antikörper gegen die eigenen Spermien, kann durch die Einnahme von Kortikosteroiden das körpereigene Immunsystem unterdrückt werden.
  • Die retrograde Ejakulation bei vorliegender Diabetes mellitus kann durch Sympathikomimetika behandelt werden. Dies sorgt für einen festeren Verschluss des Harnblasenausgangs, damit das Ejakulat nicht in die Harnblase fliesst, sondern wieder den natürlichen Weg findet.
  • Falls nach einer Sterilisation erneut ein Kinderwunsch vorliegt, können die ursprünglich durchtrennten Samenleiter mikrochirurgisch wieder verbunden werden.
  • Insemination (Samenübertragung) mit Einbringen aufbereiteter Spermien in die Gebärmutter oder in den Eileiter.
  • IVF (In-vitro-Fertilisation) mit einer künstlichen Befruchtung ausserhalb der Gebärmutter und Übertragung der befruchteten Eizelle. Im Bedarfsfalle können Spermien eingefroren werden, wenn der Ehemann während der aktiven Therapie aus beruflichen oder anderen Gründen nicht am Behandlungsort sein kann. So lassen sich die Spermien bei Bedarf auftauen und zur Befruchtung einsetzen. Sehr wertvoll ist auch der Einsatz der Kryokonservierung vor einer Krebstherapie des Mannes, um funktionsfähige Spermien sicherzustellen.
  • ICSI (Intracytoplasmatische Spermieninjektion) als Verfeinerung der IVF-Methode, bei der die Samenzelle direkt in die Eizelle gebracht wird.

 

Bildquelle: RainerSturm / pixelio.de