Schwangerschaft: Nebenrolle für den Vater?

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Eine alte Weisheit besagt, dass Vater werden nicht schwer sei. Tatsächlich fühlen sich viele Väter während der Schwangerschaft in eine Art Statistenrolle verbannt. Natürlich dreht sich während dieser Zeit primär alles um die Mutter, die zweifellos die Hauptrolle spielt. Aber das bedeutet nicht, dass es eine Entschuldigung für den Vater ist, sich zurückzuziehen. Tatsächlich empfinden die meisten Paare das gemeinsame Erleben der Schwangerschaft als einen der wichtigsten Faktoren, der sich auch auf den weiteren Verlauf der Partnerschaft auswirken kann.

 

Gute Kommunikation ist entscheidend

 

Es ist nicht immer einfach, in bestimmten Phasen der Schwangerschaft miteinander zu reden. Änderungen im Hormonhaushalt der Frau sind dabei nur ein Faktor. Auch Frustration über bestimmte Änderungen im Alltag und am eigenen Körper können die Schwangere belasten. Als werdender Vater sollte man hierfür Verständnis zeigen und bedenken, dass die psychische und physische Belastung einer Schwangerschaft besonders in den letzten Wochen zunehmen kann. Beide Partner realisieren in dieser Zeit, dass sich ihr gesamtes bisheriges Leben verändern wird. Darüber zu sprechen kann helfen, Sorgen und Ängste zu verarbeiten und Probleme zu lösen. Ausserdem schafft eine gute Kommunikation beim Vater natürlich auch ein grösseres Verständnis für die Situation der werdenden Mutter. So banal es klingen mag, aber miteinander zu reden ist in der Schwangerschaft besonders wichtig. Dazu zählen auch organisatorische Angelegenheiten. Wie wird das mit dem Kinderzimmer geregelt? Wie wird das Berufs- und Familienleben aussehen? Sind die Finanzen im Griff und reicht die Grösse der bisherigen Wohnung noch aus? Falls bereits Kinder vorhanden sind, müssen auch deren Belange beachtet werden. Hier kann der Vater viel tun, um die Mutter von bisherigen Aufgaben zu entlasten und gleichzeitig das Verhältnis zum Nachwuchs intensivieren.

 

Fundierte Informationen beseitigen viele Sorgen im Vorfeld

 

Bei der ersten Schwangerschaft wissen die Eltern oft nur vom Hörensagen, was auf sie zukommt. Viele Befürchtungen und Unsicherheiten lassen sich bestens im Austausch mit anderen Vätern beseitigen. Hier kann man als werdender Papa häufig seine emotionalen Fragen und Bedürfnisse besser formulieren als in der Gegenwart der Partnerin. Doch so toll die Erfahrungsberichte anderer Eltern sind, bleiben oft medizinische und organisatorische Fragen ungeklärt, über die im privaten Umfeld nicht wirklich gerne gesprochen wird. Es würde aber durchaus helfen, auf bestimmte Situationen besser vorbereitet zu sein. So wird der Vater oft völlig von einer sogenannten Postpartum-Depression der Frau überrascht und steht dieser Situation hilflos gegenüber. Bestehen medizinische Risiken oder Komplikationen, ist es besonders wichtig, mit Gynäkologen, Hausärzten und Hebammen zu sprechen. Je besser man als Laie die medizinischen Aspekte begreift, desto weniger verfällt man in Panik, wenn etwas nicht so läuft, wie es sollte. Schon deshalb sollten Väter nach Möglichkeit bei allen Vorsorgeterminen anwesend sein. Es stärkt aber auch das Zusammengehörigkeitsgefühl des Paares und zeigt der Mutter, dass der Vater sich nicht nur als Erzeuger oder Ernährer sieht, sondern als verantwortungsvolles Elternteil.

 

Die wertvolle Zeit vor der Geburt geniessen

 

Eine Schwangerschaft besteht in weiten Teilen aus schönen Zeiten, die ständig etwas Neues bringen und die Vorfreude auf das Kind steigern. Nach der Geburt ändert sich das bisherige Leben allerdings grundlegend. Gerade die Zweisamkeit kommt dann für eine Weile nicht an erster Stelle. Daher sollten sich die werdenden Eltern noch einmal auf ihre gemeinsame Zeit als Paar fokussieren. Ist das Baby auf der Welt, fehlt hierfür oft die Gelegenheit. Jetzt können Väter ihre Fantasie spielen lassen und romantische Abendessen, Kinobesuche oder andere Formen der Zweisamkeit organisieren, die vom Schwangerschaftsalltag ablenken. Selbstverständlich gehört auch dazu, dass der Vater mehr Aufgaben im Haushalt übernimmt (was ohnehin zeitgemäss wäre) und sich Gedanken über die künftige Kinderbetreuung macht. Denn auch dabei sollten Väter heutzutage eine Hauptrolle übernehmen.

 

Bildquelle: Kelly Sikkema / unsplash.com